Für(th)einander

Termine und Besprechungen


am 24.Okt.2018 starteten das Evangelische Dekanat, die Caritas und das Freiwilligen Zentrum mit der Initiative Für(th)einander für eine offene Stadtgesellschaft mit der Auftaktveranstaltung eine Reihe von Veranstaltungen.

Für(th)einander steht für Offenheit der Fürther Bürger*innen, für mehr Miteinander und Teilhabe von Menschen mit Fluchthintergrund in unserer Stadt. Unter dem Motto „Für(th)einander“ laden wir – die Flüchtlingshilfe des Evangelischen Dekanats Fürth, der Caritas und des Freiwilligen Zentrums Fürth – zu einer Reihe von Veranstaltungen ein, die den Blick wieder auf den einzelnen Menschen und sein Leben lenken wollen. Für(th)einander ist eine Initiative für eine offene Stadtgesellschaft.

--> zum Flyer mit Programm (PDF)

Besprechungen

26.10.2018
Initiative „für(th)einander“ erfolgreich gestartet

(Text von Lisa Miller)
 
Fürth/St. Michael. Aus Fremden werden Freunde und Musik verbindet – das durften die BesucherInnnen am vergangen Mittwoch in der Grünen Scheune von St. Michael erleben.
VertreterInnen vom Freiwilligenzentrum Fürth, dem Caritasverband Fürth und dem evang. Dekanat Fürth, luden als GründerInnen der Initiative „für(th)einander – für eine offene Stadtgesellschaft“ zur Auftaktveranstaltung ein. Im Rahmen der Initiative, die für die Offenheit der Fürther BürgerInnen und mehr Miteinander und Teilhabe von Menschen mit Fluchthintergrund steht, stellten sie  ein buntes Veranstaltungsprogramm vor. Viele der einzelnen Akteure folgten der Einladung und gaben Einblick in das, was in den nächsten Monaten an verschiedenen Orten in Fürth zu sehen, zu hören und zu erleben sein wird:
Teile der Fotoausstellung „Mein Fürth“ waren an diesem Abend ausgestellt und zeigten interessante Ansichten und überraschende Aufnahmen. Fotografiert  wurden sie von Geflüchteten, die in Fürth eine neue Heimat gefunden haben. Die komplette Ausstellung ist noch bis Ende des Jahres in den Räumen der Caritas zu sehen.
Bewegende und amüsante Texte wurden von zwei Autorinnen, Ingrid Rein und Erika Enslein-Löhlein, gelesen, die als Ehrenamtliche in der Flüchtlingshilfe ihre Geschichten zur Broschüre „Wie aus Fremden Freunde werden“ beigesteuert haben. Diese wurde als Initialzündung von „für(th)einander“ an diesem Abend präsentiert. Erhältlich ist diese über das evangelische Dekanat. 
Es folgte eine Lesung aus dem Buch „Mit eigenen Worten auf Deutsch“, einem Schreibprojekt von Heidemarie Glöckner gemeinsam mit Geflüchteten. Das Folgebuch wird „Ankommen in Fürth“ wird am 23.11. um 19.30 Uhr in der Innenstadtbibliothek vorgestellt.

Einen weiteren Höhepunkt setzte eine syrisch-deutsche Musik-Combo, mit Ferdinand Roscher (Kontrabass), Khaled Laila (Bass) und Rami Al Shaabi (Gitarre) und Arno Lang (Gesang und Gitarre) die sich eigens für diesen Anlass zusammengefunden hatte. Sie besannen sich ganz im Sinne der Initiative auf die verbindenden Teile der Kulturen und ihre persönlichen Gemeinsamkeiten und spielten – na klar: Heavy Metal.
Im Rahmen der Veranstaltung wurde mehrfach spürbar, wie wichtig und gewinnbringend die Begegnung mit geflüchteten Menschen und die Vernetzung aller Akteure innerhalb der Stadtgesellschaft sind.
Ab 07.November startet das vielfältige Veranstaltungsprogramm mit „als Paul über das Meer kam“, dem ersten von insgesamt fünf Filmen im Babylon Kino.
(Lisa Miller)


07.11.2018
Filmvorstellung "Als Paul über das Meer kam"

Vor einem sehr interessierten Publikum wurde im Rahmen der Initiative für(th)einander der erste von fünf Filme zu Flucht, Asyl und Integration im Babylon Kino gezeigt,
Der Dokumentarfilm "Als Paul über das Meer kam" (Deutschland 2017, 93 min., Regie: Jakob Preuss) erzählt die bewegende Geschichte von Paul Nkamani der aus seiner Heimat Kamerun flieht und sich durch die Sahara bis an die Küste Marokkos durchschlägt. Hier lernen sich Paul und Filmemacher Jakob Preuss kennen, der entlang Europas Außengrenzen auf Recherchereise ist.
Kurz darauf ergattert Paul einen begehrten Platz auf einem Schlauchboot nach Europa, doch die Überfahrt nimmt einen tragischen Ausgang: Die Hälfte seiner Mitreisenden stirbt, Paul überlebt. Der Regisseur sieht die erschütternden Bilder der Rettung im Fernsehen und begibt sich auf die Suche nach Paul. Nachdem Paul bereits zwei Monate in Abschiebehaft verbracht hat, findet Jakob ihn endlich in einem spanischen Rote-Kreuz-Heim wieder. Als Paul aufgrund der Wirtschaftskrise in Spanien beschließt nach Deutschland zu reisen, muss Jakob sich entscheiden: Soll er Paul aktiv bei seinem Streben nach einem besseren Leben unterstützen oder in der Rolle des beobachtenden Filmemachers bleiben? Viereinhalb Jahre nachdem Pauls Odyssee begonnen und er seine Mutter in Kamerun verlassen hat, zieht er zu Jakobs Eltern ins ehemalige Kinderzimmer des Regisseurs. Und doch bleibt seine Zukunft in Deutschland ungewiss…

Nach der Filmvorstellung nahmen Interessierte noch an einer Diskussionsrunde  mit Vertreterinnen der Initiative für(th)einander  teil: Tamara Morro (Caritas Fürth), Lisa Miller (Evangelisches Dekanat) Andrea Baumann (Freiwilligen Zentrum). David Förster vom Bayrischen Flüchtlingsrat wurde extra hierzu eingeladen.

Text verfasst von Andrea Baumann und Irene Höllrigl


20.11.2018

Konzert bei „für(th)einander“ 

Im Rahmen von „fürtheinander“ - Eine Initiative für eine offenen Stadtgesellschaft, fand am 15.11.2018 um 20 Uhr ein Konzert in der St. Paul Kirche statt.

Das Saxophonensemble „Saxerei“ der Musikschule Fürth hatte einige musikalische Freunde eingeladen. Eröffnet wurde das Konzert von Ralph Tiede (Gitarre und Gesang) und Sobhi Alshikh (Gesang), die eigens für diesen Abend zusammen fanden. Emotionales Hightlight ihres Auftritts war ein arabisches Klagelied, das eine vergangene Liebe betrauerte.

Der folgende Gig stellte für das Klezmerprojekt der Musikschule eine Premiere dar. Vier Klarinetten, ein Akkordeon, ein Gitarrist und ein Cajon-Spieler begleitet von ihrem Leiter Tobias Schöpker am Klavier, bezauberten das Publikum mit flotten aber auch behutsamen Klezmerstücken. Ein sehr gelungenes Debut.

In der zweiten Hälfte des Konzerts erfüllten 14 Saxophone den Kirchenraum mit Evergreens und Hits aus Jazz und Pop. Aber die Saxerei überraschte auch mit einem swing-angehauchten Pachelbel, der dem Nürnberger Barockmusiker sicher gefallen hätte. Die besondere Akustik dieses Raumes war für Publikum und Musiker eine besondere Erfahrung.

Pfarrer Martin Adel und Felix Trejo vom Freiwilligen Zentrum Fürth begrüßten rund 60 Besucher und moderierten den stimmungsvollen Abend, der nach den zwei Zugaben mit einem offenen Austausch bei kalten und warmen Getränken seinen Nachklang fand. Für Pfarrer Adel sollte dieser gelungene Konzertabend mit den vielen engagierten ehrenamtlichen Helfern und Unterstützern im Publikum unbedingt eine Fortsetzung erfahren.


27.11.2018
Ankommen in Fürth - Buchpräsentation
Schreibprojekt mit Geflüchteten

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Für(th)einander“ fand am 23. November 2018 in der Volksbücherei Mitte eine außergewöhnliche Buchpräsentation statt. Aus einem Sprachunterricht für Geflüchtete entwickelte die Ehrenamtliche des Freiwilligen Zentrums Fürth Heidemarie Glöckner eine Schreibwerkstatt. Die pensionierte Lehrerin begleitete die Beteiligten mit viel Feingefühl, Beharrlichkeit und Energie. Das literarische Ergebnis liegt jetzt in dem Sammelband „Ankommen in Fürth“ vor. Nach dem letztjährigen Band „mit eigenen worten“ stellt das neue Buch eine produktive Fortsetzung  des Schreibprojekts dar.

Nach der Begrüßung durch FZF-Leiterin Ute Zimmer, folgte die Vorstellung der Autoren, denen ihr persönliches Buchexemplar überreicht wurde. Jeder der an diesem Abend den Mut hatte, mit seinem Text vor das Publikum zu treten, bewegte die Menschen auf ganz persönliche Weise. Der Text „Keine Angst vor Wasser“ der Autorin Maaza aus Eritrea berührte besonders durch die ruhige, kraftvolle Ausstrahlung der Autorin. Atmosphärisch dicht, kaum mit Verben und Adjektive, schilderte sie ihre tiefe Angst vor Wasser und wie sie diese letztendlich auf erstaunliche Weise überwindet.

Yasser aus Syrien zeigte mit seinem Text „der Brückenbauer“ humorvoll die kulturellen Unterschiede zwischen der arabischen und der deutschen Kultur auf. Sein Ankommen in Fürth und in der neuen Kultur stimmt ungeheuer hoffnungsvoll, weil ihm seine Pläne, das Bestehen der C1-Sprachprüfung und der Start in das Studium an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen, großartig gelungen sind. Die Mitarbeit im Freiwilligenzentrum war für ihn der unterstützende Rahmen, um die deutsche Sprache zu praktizieren.

Die Stimmung, in der Hassan aus Syrien seinen Beitrag „Dass die Menschen die Herzen schauen“ vortrug, war hoch emotional und nahm das Publikum gefangen. Die Verzweiflung und das Gefühl des Alleingelassenseins waren noch immer greifbar. Als er gemeinsam mit seinem Mentor vor das Publikum trat, war die tiefe Verbundenheit, die Hassan durch die schwierigste Zeit des Anfangs getragen hat, auch ohne Worte spürbar.

Ein Abend tief bewegender Augenblicke, wie Bashar aus Syrien mit seinem Text, der jene Poesie in sich trägt, die schon der Titel „ich fühle Fürth ein Stück von mir“ verspricht. Oder der 11-jährige Haider aus Syrien, der die deutsche Sprache mit einer Selbstverständlichkeit spricht, wie es wohl nur Kindern gelingt und der seinen Text „Meine Freunde“ mit einem beeindruckenden Selbstvertrauen vortrug. Auch Hossein aus dem Iran und seine bewegende Geschichte „Engel“, und Malileh aus dem Iran mit ihrer positiven, hoffnungsvollen Erzählung „Fürth ist meine Heimat“ und Zakaria aus Syrien, der gemeinsam mit seiner Mentorin auftrat, die ihn als ihren siebten Enkel in ihr Herz geschlossen hat, trugen dazu bei.

Dass all diese unterschiedlichen Menschen eine Stimme bekamen, ist das Verdienst von Heidemarie Glöckner, die erkannte, dass nur Sprache die Tür zu einem neuen Leben öffnen kann. Sie begleitete das Buchprojekt mit ungeheurem Engagement und Liebe zu den Menschen, die ihr ihre Schicksale anvertrauten. 

Die Abschlussrunde mit zahlreichen anerkennenden und anregenden Wortmeldungen lässt sich so zusammenfassen: Weiterschreiben! Damit sich die Menschen aus unterschiedlichen Kulturen immer besser verstehen. Man darf also gespannt sein.

Das Buch „Ankommen in Fürth“ ist im Freiwilligen Zentrum Fürth in der Theresienstraße 3 gegen eine kleinen Spende erhältlich. Bürozeiten sind: Mo. 9.30-18 Uhr, Di.-Do. 9.30-16 Uhr.


Projektwettbewerb des Kalenders "Wholidays"

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