Für(th)einander

Termine und Besprechungen

Rückblick-Feier des Projekts für(th)einander
"mit einander feiern"

10. Mai 2019
18.30 – 20.30 Uhr

Ort: VHS-Bistro, Hirschenstr. 27-29.
Herzlich Willkommen.

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am 24.Okt.2018 starteten das Evangelische Dekanat, die Caritas und das Freiwilligen Zentrum mit der Initiative Für(th)einander für eine offene Stadtgesellschaft mit der Auftaktveranstaltung eine Reihe von Veranstaltungen.

Für(th)einander steht für Offenheit der Fürther Bürger*innen, für mehr Miteinander und Teilhabe von Menschen mit Fluchthintergrund in unserer Stadt. Unter dem Motto „Für(th)einander“ laden wir – die Flüchtlingshilfe des Evangelischen Dekanats Fürth, der Caritas und des Freiwilligen Zentrums Fürth – zu einer Reihe von Veranstaltungen ein, die den Blick wieder auf den einzelnen Menschen und sein Leben lenken wollen. Für(th)einander ist eine Initiative für eine offene Stadtgesellschaft.

--> zum Flyer mit Programm (PDF)

---> Bericht de Fürther Nachrichten über Für(th)einander

 

Wie aus Fremden Freunde werden

Eine Broschüre mit spannenden und inspirierende Geschichten aus der ehrenamtlichen Flüchtlingshilfe Fürth.

Die Broschüre erscheint im Rahmen der Initiative „Für(th)einander“, getragen von Freiwilligenzentrum, Caritasverband und Evang.-Luth. Dekanat in Fürth. Unter diesem Motto setzen sich deren Vertreter*innen gemeinsam für eine offene Stadtgesellschaft, für mehr Miteinander und Teilhabe von Menschen mit Fluchthintergrund in der Stadt Fürth ein.

---> zur Broschüre

 


für(th)einander - Fotoausstellung "Mein Fürth" wird bis zum 28.02.2019 verlängert

Geflüchtete haben ihre neue Heimatstadt Fürth fotografiert. Aus der Perspektive der Neuangekommen, die ihre Heimat gezwungenermaßen verlassen mussten und in Fürth versuchen Fuß zu fassen, entstanden interessante Ansichten und überraschende Aufnahmen. Auch alteingesessene Fürth*innen werden unsere Stadt neu entdecken!
Die Ausstellung wurde im Rahmen von Fürth ist bunt am 28.09.2018 eröffnet und kann jetzt noch bis zum 28.02.2019 in der Caritas, Königstr. 112-114 in Fürth, besucht werden. Die Fotoausstellung steht auch unter dem Motto "Für(th)einander", eine Initiative der Cartias,des Freiwilligen Zentrums und des Evangelishen Dekanats Fürth, die für mehr Miteinander und Teilhabe von Menchen mit Fluchthintergrund in unsere Stadt steht und den Blick wieder auf den einzelenen Menschen  und sein Leben lenken soll.

Gefördert wurde dieses Fotoprojekt durch die Stadt Fürth und Roland Volgel, transformer kommunikation, der die Zusammenstellung der Fotos und den Druck für "für(th)einander" arrangiert hat.

Fotografen*innen:
Ayman Mohammed, Irak
Ceesay Muhamed Omar, Sambia
Maria Bayat, Afghanistan
Mehdi Kheymed Kaboud, Iran
Sona Arakelyan, Armenien
Taregh Kaab, Iran
Tarek Albezreh, Syrien

--> Fotos der Ausstellung als pdf-Datei


Besprechungen

26.10.2018
Initiative „für(th)einander“ erfolgreich gestartet

(Text von Lisa Miller)
 
Fürth/St. Michael. Aus Fremden werden Freunde und Musik verbindet – das durften die BesucherInnnen am vergangen Mittwoch in der Grünen Scheune von St. Michael erleben.
VertreterInnen vom Freiwilligenzentrum Fürth, dem Caritasverband Fürth und dem evang. Dekanat Fürth, luden als GründerInnen der Initiative „für(th)einander – für eine offene Stadtgesellschaft“ zur Auftaktveranstaltung ein. Im Rahmen der Initiative, die für die Offenheit der Fürther BürgerInnen und mehr Miteinander und Teilhabe von Menschen mit Fluchthintergrund steht, stellten sie  ein buntes Veranstaltungsprogramm vor. Viele der einzelnen Akteure folgten der Einladung und gaben Einblick in das, was in den nächsten Monaten an verschiedenen Orten in Fürth zu sehen, zu hören und zu erleben sein wird:
Teile der Fotoausstellung „Mein Fürth“ waren an diesem Abend ausgestellt und zeigten interessante Ansichten und überraschende Aufnahmen. Fotografiert  wurden sie von Geflüchteten, die in Fürth eine neue Heimat gefunden haben. Die komplette Ausstellung ist noch bis Ende des Jahres in den Räumen der Caritas zu sehen.
Bewegende und amüsante Texte wurden von zwei Autorinnen, Ingrid Rein und Erika Enslein-Löhlein, gelesen, die als Ehrenamtliche in der Flüchtlingshilfe ihre Geschichten zur Broschüre „Wie aus Fremden Freunde werden“ beigesteuert haben. Diese wurde als Initialzündung von „für(th)einander“ an diesem Abend präsentiert. Erhältlich ist diese über das evangelische Dekanat. 
Es folgte eine Lesung aus dem Buch „Mit eigenen Worten auf Deutsch“, einem Schreibprojekt von Heidemarie Glöckner gemeinsam mit Geflüchteten. Das Folgebuch wird „Ankommen in Fürth“ wird am 23.11. um 19.30 Uhr in der Innenstadtbibliothek vorgestellt.

Einen weiteren Höhepunkt setzte eine syrisch-deutsche Musik-Combo, mit Ferdinand Roscher (Kontrabass), Khaled Laila (Bass) und Rami Al Shaabi (Gitarre) und Arno Lang (Gesang und Gitarre) die sich eigens für diesen Anlass zusammengefunden hatte. Sie besannen sich ganz im Sinne der Initiative auf die verbindenden Teile der Kulturen und ihre persönlichen Gemeinsamkeiten und spielten – na klar: Heavy Metal.
Im Rahmen der Veranstaltung wurde mehrfach spürbar, wie wichtig und gewinnbringend die Begegnung mit geflüchteten Menschen und die Vernetzung aller Akteure innerhalb der Stadtgesellschaft sind.


07.11.2018
Filmvorstellung "Als Paul über das Meer kam"

Vor einem sehr interessierten Publikum wurde im Rahmen der Initiative für(th)einander der erste von fünf Filme zu Flucht, Asyl und Integration im Babylon Kino gezeigt,
Der Dokumentarfilm "Als Paul über das Meer kam" (Deutschland 2017, 93 min., Regie: Jakob Preuss) erzählt die bewegende Geschichte von Paul Nkamani der aus seiner Heimat Kamerun flieht und sich durch die Sahara bis an die Küste Marokkos durchschlägt. Hier lernen sich Paul und Filmemacher Jakob Preuss kennen, der entlang Europas Außengrenzen auf Recherchereise ist.
Kurz darauf ergattert Paul einen begehrten Platz auf einem Schlauchboot nach Europa, doch die Überfahrt nimmt einen tragischen Ausgang: Die Hälfte seiner Mitreisenden stirbt, Paul überlebt. Der Regisseur sieht die erschütternden Bilder der Rettung im Fernsehen und begibt sich auf die Suche nach Paul. Nachdem Paul bereits zwei Monate in Abschiebehaft verbracht hat, findet Jakob ihn endlich in einem spanischen Rote-Kreuz-Heim wieder. Als Paul aufgrund der Wirtschaftskrise in Spanien beschließt nach Deutschland zu reisen, muss Jakob sich entscheiden: Soll er Paul aktiv bei seinem Streben nach einem besseren Leben unterstützen oder in der Rolle des beobachtenden Filmemachers bleiben? Viereinhalb Jahre nachdem Pauls Odyssee begonnen und er seine Mutter in Kamerun verlassen hat, zieht er zu Jakobs Eltern ins ehemalige Kinderzimmer des Regisseurs. Und doch bleibt seine Zukunft in Deutschland ungewiss…

Nach der Filmvorstellung nahmen Interessierte noch an einer Diskussionsrunde  mit Vertreterinnen der Initiative für(th)einander  teil: Tamara Morro (Caritas Fürth), Lisa Miller (Evangelisches Dekanat) Andrea Baumann (Freiwilligen Zentrum). David Förster vom Bayrischen Flüchtlingsrat wurde extra hierzu eingeladen.


20.11.2018

Konzert bei „für(th)einander“ 

Im Rahmen von „fürtheinander“ - Eine Initiative für eine offenen Stadtgesellschaft, fand am 15.11.2018 um 20 Uhr ein Konzert in der St. Paul Kirche statt.

Das Saxophonensemble „Saxerei“ der Musikschule Fürth hatte einige musikalische Freunde eingeladen. Eröffnet wurde das Konzert von Ralph Tiede (Gitarre und Gesang) und Sobhi Alshikh (Gesang), die eigens für diesen Abend zusammen fanden. Emotionales Hightlight ihres Auftritts war ein arabisches Klagelied, das eine vergangene Liebe betrauerte.

Der folgende Gig stellte für das Klezmerprojekt der Musikschule eine Premiere dar. Vier Klarinetten, ein Akkordeon, ein Gitarrist und ein Cajon-Spieler begleitet von ihrem Leiter Tobias Schöpker am Klavier, bezauberten das Publikum mit flotten aber auch behutsamen Klezmerstücken. Ein sehr gelungenes Debut.

In der zweiten Hälfte des Konzerts erfüllten 14 Saxophone den Kirchenraum mit Evergreens und Hits aus Jazz und Pop. Aber die Saxerei überraschte auch mit einem swing-angehauchten Pachelbel, der dem Nürnberger Barockmusiker sicher gefallen hätte. Die besondere Akustik dieses Raumes war für Publikum und Musiker eine besondere Erfahrung.

Pfarrer Martin Adel und Felix Trejo vom Freiwilligen Zentrum Fürth begrüßten rund 60 Besucher und moderierten den stimmungsvollen Abend, der nach den zwei Zugaben mit einem offenen Austausch bei kalten und warmen Getränken seinen Nachklang fand. Für Pfarrer Adel sollte dieser gelungene Konzertabend mit den vielen engagierten ehrenamtlichen Helfern und Unterstützern im Publikum unbedingt eine Fortsetzung erfahren.


27.11.2018
Ankommen in Fürth - Buchpräsentation
Schreibprojekt mit Geflüchteten

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Für(th)einander“ fand am 23. November 2018 in der Volksbücherei Mitte eine außergewöhnliche Buchpräsentation statt. Aus einem Sprachunterricht für Geflüchtete entwickelte die Ehrenamtliche des Freiwilligen Zentrums Fürth Heidemarie Glöckner eine Schreibwerkstatt. Die pensionierte Lehrerin begleitete die Beteiligten mit viel Feingefühl, Beharrlichkeit und Energie. Das literarische Ergebnis liegt jetzt in dem Sammelband „Ankommen in Fürth“ vor. Nach dem letztjährigen Band „mit eigenen worten“ stellt das neue Buch eine produktive Fortsetzung  des Schreibprojekts dar.

Nach der Begrüßung durch FZF-Leiterin Ute Zimmer, folgte die Vorstellung der Autoren, denen ihr persönliches Buchexemplar überreicht wurde. Jeder der an diesem Abend den Mut hatte, mit seinem Text vor das Publikum zu treten, bewegte die Menschen auf ganz persönliche Weise. Der Text „Keine Angst vor Wasser“ der Autorin Maaza aus Eritrea berührte besonders durch die ruhige, kraftvolle Ausstrahlung der Autorin. Atmosphärisch dicht, kaum mit Verben und Adjektive, schilderte sie ihre tiefe Angst vor Wasser und wie sie diese letztendlich auf erstaunliche Weise überwindet.

Yasser aus Syrien zeigte mit seinem Text „der Brückenbauer“ humorvoll die kulturellen Unterschiede zwischen der arabischen und der deutschen Kultur auf. Sein Ankommen in Fürth und in der neuen Kultur stimmt ungeheuer hoffnungsvoll, weil ihm seine Pläne, das Bestehen der C1-Sprachprüfung und der Start in das Studium an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen, großartig gelungen sind. Die Mitarbeit im Freiwilligenzentrum war für ihn der unterstützende Rahmen, um die deutsche Sprache zu praktizieren.

Die Stimmung, in der Hassan aus Syrien seinen Beitrag „Dass die Menschen die Herzen schauen“ vortrug, war hoch emotional und nahm das Publikum gefangen. Die Verzweiflung und das Gefühl des Alleingelassenseins waren noch immer greifbar. Als er gemeinsam mit seinem Mentor vor das Publikum trat, war die tiefe Verbundenheit, die Hassan durch die schwierigste Zeit des Anfangs getragen hat, auch ohne Worte spürbar.

Ein Abend tief bewegender Augenblicke, wie Bashar aus Syrien mit seinem Text, der jene Poesie in sich trägt, die schon der Titel „ich fühle Fürth ein Stück von mir“ verspricht. Oder der 11-jährige Haider aus Syrien, der die deutsche Sprache mit einer Selbstverständlichkeit spricht, wie es wohl nur Kindern gelingt und der seinen Text „Meine Freunde“ mit einem beeindruckenden Selbstvertrauen vortrug. Auch Hossein aus dem Iran und seine bewegende Geschichte „Engel“, und Malileh aus dem Iran mit ihrer positiven, hoffnungsvollen Erzählung „Fürth ist meine Heimat“ und Zakaria aus Syrien, der gemeinsam mit seiner Mentorin auftrat, die ihn als ihren siebten Enkel in ihr Herz geschlossen hat, trugen dazu bei.

Dass all diese unterschiedlichen Menschen eine Stimme bekamen, ist das Verdienst von Heidemarie Glöckner, die erkannte, dass nur Sprache die Tür zu einem neuen Leben öffnen kann. Sie begleitete das Buchprojekt mit ungeheurem Engagement und Liebe zu den Menschen, die ihr ihre Schicksale anvertrauten. 

Die Abschlussrunde mit zahlreichen anerkennenden und anregenden Wortmeldungen lässt sich so zusammenfassen: Weiterschreiben! Damit sich die Menschen aus unterschiedlichen Kulturen immer besser verstehen. Man darf also gespannt sein.

Das Buch „Ankommen in Fürth“ ist im Freiwilligen Zentrum Fürth in der Theresienstraße 3 gegen eine kleinen Spende erhältlich. Bürozeiten sind: Mo. 9.30-18 Uhr, Di.-Do. 9.30-16 Uhr.

 

"Ankommen in Fürth – Buchprojekt von Geflüchteten"

--> Radiobeitrag von Radio Charivari


12.12.2018
Exodus – der weite Weg

In unserer Filmreihe zum Thema Flucht und Migration im Rahme der Initiative „für(th)einander“ wurde der Film Exodus – der weite Weg (Deutschland/ Brasilien 2017, 105 min. Regie: Hank Levine) am 12.12.2018 im Babylon-Kino gezeigt.

Der Dokumentarfilm beschreibt die globale Dimension des Flüchtlings- und Migration Themas durch die Perspektiven der porträtierten Menschen aus vier Kontinenten über einen Zeitraum von 2 Jahren. Napuli, Nizar und Bruno, Lahpai und Tercha, Dana und Yasmin sind auf der Flucht. Wie sie, sind viele Millionen andere Menschen weltweit aus den unterschiedlichsten Gründen gezwungen ihre Heimat zu verlassen. Jede Minute kommen zahlreiche  weitere hinzu. Sie bilden einen globalen Menschenstrom, von dem wir längst ein Teil geworden sind: die einen fliehen, die anderen grenzen sich ab.
Gefilmt wurde u.a. im Süd-Sudan, Kenia, Haiti, Brasilien, Algerien, DRC-Kongo, West-Sahara, Myanmar-Kachin Staat, Kuba und Deutschland.

Im Anschluss des Films nahmen die Zuschauer die Gelegenheit wahr mit Ute Rieger vom UNHCR über die weltweite Flüchtlingslage zu sprechen und besonders über die Situation in Deutschland und die Aufgaben des UNHCRs (https://www.unhcr.org/dach/de/).


14.01.2019
Dokufilmreihe mit „Iuventa“ fortgeführt

In unserer Filmreihe zum Thema Flucht und Migration im Rahmen der Initiative „für(th)einander“ wurde  am 09.01.2019 der Film „Iuventa“ (Italien/Deutschland 2018, Regie: Michele Cinque) im Babylon-Kino gezeigt.

Eine Gruppe junger engagierter Menschen gründet im Herbst 2015 in Berlin die Initiative JUGEND RETTET. Über eine Crowdfunding-Kampagne kaufen sie einen umgebauten Fischkutter und taufen ihn auf den Namen „Iuventa“ (Jugend). Im darauf folgenden Jahr startet ihr Schiff zu seiner ersten Mission .
Nach fast zwei Jahren Einsatz und ca. 14.000 auf hoher See geretteter Menschen wurde im August 2017 das Schiff plötzlich von den italienischen Behörden beschlagnahmt und in Lampedusa festgesetzt. Seitdem kursiert der Vorwurf der Kooperation mit Schlepperbanden. Eine Anklage ist jedoch bis heute nicht erfolgt. Die bewegende Geschichte wurde von Regisseur Michele Cinque festgehalten. Über ein Jahr lang verfolgt der Film das Leben der jungen Protagonisten, fängt die gesamte Spanne der Mission ein, beginnend mit dem Moment, in dem sie in See stechen und ihr unglaubliches Vorhaben wahr wird, bis zu dem Punkt, an dem dieser mit der politischen Realität kollidiert.t

Mit rund 50 Zuschauern war der dritte Film aus der Dokumentarfilmreihe sehr gut besucht. Mit den aktuellen, dramatischen Ereignissen vor Malta, wo zwei Rettungsschiffe deutscher Hilfsorganisationen mit 49 Migranten an Bord  seit 22. bzw. 29. Dezember keinen Hafen anfahren dürfen, hat der Film eine besondere Aufmerksamkeit erfahren. So beteiligten sich fast alle Zuschauer an dem anschließenden Gespräch mit Klaus Stadler von der Regensburger Initiative Sea-Eye und Tarek Albezreh, der bei der Caritas-Flüchtlingshilfe dolmetscht. Klaus Stadler war selbst ein Jahr lang als Kapitän des Rettungsschiffs Sea-Eye im Mittelmeer im Einsatz und konnte sehr eindrucksvoll über seine Erfahrungen und insbesondere über die Rechtsgrundlagen der Seenotrettung berichten. Tarek Albezreh hat am eigenen Leib die Flucht über das Mittelmeer, die erst beim zweiten Mal gelang, erlebt. Wie er sein persönliches Schicksal vortrug, nahm das Publikum sehr gefangen. Das sehr interessierte und aufmerksame Publikum erlebte einen tief bewegenden Abend. Für einen versöhnlichen Augenblick sorgte die eintreffende Nachricht, dass die 49 Flüchtlinge vor Malta jetzt an Land gehen dürfen. Dazu konnte Klaus Stadler via Handy-Live-Stream vom Rettungsschiff Sea-Watch die befreiende Stimmung der Crew zeigen.


14.01.2019
fürtheinander - gemeinsam Kochen in der Caritasse, diesmal mit äthiopischer Küche
KORARIMA -ENDEMISCHES GEWÜRZ ÄTHIOPIENS

Seble Hailu Yimer und Wengel Amen Dawit kochten zusammen mit Hobbyköchen in der Küche der des Café Caritasse leckeres Essen aus ihrer Heimat und brachten somit ostafrikanisches Aroma nach Mittelfranken. Zusammen kochen und essen – ein gelebtes für(th)einander!


13.02.2019
Rückkehr nach Afghanistan - Die vielen Gesichter von Flucht und Migration

In der Filmreihe zum Thema Flucht und Migration im Rahmen der Initiative „für(th)einander“ wurde  am 13.02.2019 der Film „Rückkehr nach Afghanistan“ (Afghanistan 2018, Regie: Mohammad Mehdi Zafari) im Babylon-Kino gezeigt.

Der Film erzählt die Geschichten von sieben afghanischen Geflüchteten, die in ihr Heimatland zurückkehren. Ihre Fluchtwege reichen über Generationen. Sie kommen aus Deutschland, Pakistan und Iran. Einige kehren freiwillig zurück, andere wurden abgeschoben. Einige wollen helfen, ihr Land wieder aufzubauen, andere sehen für sich keine Zukunft in einer Situation, geprägt von Konflikten und Gewalt.

Gefilmt in Afghanistan im Sommer 2017, beleuchtet diese Dokumentation die Motive und Umstände von Rückkehrern. Warum haben sie sich für diesen Weg entschieden? Was waren die Umstände ihrer Abschiebung? Mit welchen Realitäten sind sie konfrontiert? Was sind ihre Wünsche und Pläne für die Zukunft?

Im Anschluss an den Film standen Barbara Bach vom Kinder- und Jugendhilfezentrum Fürth mit den beiden jungen Erwachsenen Nassir und Ahmad aus Afghanistan und David Förster vom Bayerischen Flüchtlingsrat zum Publikumsgespräch bereit. Mit den über 50 Besuchern fand dann eine intensive Diskussion statt. Dabei kamen Fakten und Zahlen, fachliche Einschätzungen der zwei Experten und persönliche Erlebnisse der beiden Geflüchteten zur Sprache.

Nassir und Ahmad leben seit einigen Jahren in Deutschland, sind in Ausbildung und haben als Afghanen ohne Anerkennung keinen sicheren Aufenthaltsstatus. Diese Unsicherheit trifft alle aus der Community und jede neue Nachricht über einen bevorstehenden Abschiebeflug löst hier existentielle Ängste aus. Nassir und Ahmad erzählten sehr eindrucksvoll aus ihrem Leben, konnten aber auch überaus konkret und faktenreich über die Lebenswirklichkeit in ihrer Heimat berichten. So betonte Nassir z.B., dass er nicht zum Spaziergang nach Deutschland gekommen, sondern vor einer lebensbedrohlichen Gefahr geflohen sei. Neben den terroristischen Anschlägen seien die Taliban auch persönlich in der Nachbarschaft präsent. Die Einschüchterung gehe willkürlich in tödliche Bedrohung über.

Gemeinsam mit Barbara Bach und David Förster konnten die beiden das Bild, das die Einzelportraits aus dem Film aufzeigte, lebhaft ergänzen. Die verworrene politische und militärische Situation in Afghanistan und die politische und mediale Wiedergabe in Deutschland wurde als widersprüchlich bis verfälschend wahrgenommen. Immer wieder werde versucht, Afghanistan als zumindest in Teilen abschiebesicheres Land zu definieren. Aber ein Land ohne stabile Staatsordnung werde auch durch ein Rücknahmeabkommen nicht sicherer.

Aus dem Publikum kamen sehr interessierte Fragen und auch kenntnisreiche Beiträge von Aktiven aus der Flüchtlingshilfe. Einige hätten inzwischen auch Zweifel am deutschen Rechtsstaat angesichts der Entscheidungen der Ausländerbehörden und den Weisungen aus dem Innenministerium. Es zeige sich, dass alle Beteiligten mit einer besorgniserregenden und menschlich katastrophalen Situation zu kämpfen haben, die dringend einer politischen Kurskorrektur bedürfe. Am Ende des Publikumsgesprächs forderten die beiden Experten alle auf, sich weiterhin zu informieren und möglichst viele Mandatsträger zu kontaktieren und so zur Meinungsbildung beizutragen.


13.03.2019
Letzter Film in der Doku-Reihe bei „für(th)einander“: „Neuland“

In unserer Filmreihe zum Thema Flucht und Migration im Rahmen der Initiative „für(th)einander“ wurde  am 13.03.2019 mit „Neuland“ (Schweiz 2013, Regie: Anna Thommen ) im Babylon-Kino der letzte Dokumentarfilm gezeigt.

Der Film erzählt die Geschichte einer Integrationsklasse und ihrem engagierten Lehrer:  Sie sind weit gereist – per Flugzeug, Zug, Bus oder Boot. Jetzt finden sie sich in der Integrationsklasse von Lehrer Christian Zingg in Basel wieder, wo Jugendliche aus aller Welt innerhalb von zwei Jahren Sprache und Kultur des Landes kennenlernen.
Sie hoffen alle in Christian Zinggs Klasse, ihre Vergangenheit hinter sich zu lassen und in der neuen Heimat ihre Träume leben zu können. Der Lehrer macht sich und ihnen keine Illusionen darüber, dass es schwierig ist, in einem fremden Land einen beruflichen Einstieg zu finden. Gleichwohl wird Herr Zingg nicht müde, den Glauben seiner Schülerinnen und Schüler an sich selbst und an eine bessere Zukunft zu stärken…

Der letzte Dokumentarfilm war einer der stärksten Beiträge der Filmreihe.  Einsatzbereitschaft, pädagogische Kompetenz gepaart mit Persönlichkeit und Empathie, so füllte Christian Zingg seine Lehrerrolle. Und so war er für alle seine sehr unterschiedlichen Schüler da, eine stille Autorität und eine Ersatz-Bezugsperson mit der nötigen Distanz.

Im Publikumsgespräch konnten die beiden Expertinnen Andrea Kränzlein und Sandra Glaser von den Elan-Integrationsklassen Parallelen zu der Schweizer Klasse ziehen. Auch in Fürth lernen die Jugendlichen in der zweijährigen Berufsintegrationsklasse die sprachlichen Grundlagen und werden auf die Berufsfindung und den Berufseinstieg vorbereitet. Für die Schüler, die mit unterschiedlichen Voraussetzung ankommen, und für die Lehrkräfte und Sozialpädagogen ist das eine immense Herausforderung. Und nicht immer schaffen das alle Jugendlichen. Die Voraussetzungen sind äußerst schwierig. Nicht alle jungen Geflüchteten, die bis 21 Jahren berufschulpflichtig sind, haben einen gesicherten Aufenthaltsstatus, ihre Perspektiven sind ungewiss. Entsprechend groß ist die die Aufgabe der Fachkräfte, bei ihnen Motivation und Eigeninitiative zu aktivieren. Und wie im Dokumentarfilm gezeigt, erleben auch die Fürther Kolleginnen belastende Momente und freudige  Erfolgserlebnisse mit ihren Schützlingen.


Geflüchtete Kinder gestalten mit viel Fantasie unser Logo für(th)einander!